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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️
Ich bin traurig, wie wenig Raum bei der allgemeinen Kritik an der speziell für den Aspekt bleibt, dass wir trans + inter Eltern auch nach Korrektur unseres Namens und Personenstands weiterhin mit alten, falschen Daten in der Geburtsurkunde unserer Kinder stehen sollen.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Aus Sicht des Gesetzgebers schütze diese Regelung die "berechtigten Interessen der Kinder". Man will mit aller Kraft an der Scheinrealität festhalten, nach der jedes Kind genau einen Vater und eine Mutter hat und jede Abweichung dessen das Recht des Kindes verletzen würde.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
Replying to @MayaMitKind
Im Klartext: Kinder sollen klare, binärgeschlechtliche Verhältnisse in ihrer Verwandtschaftslinie vorfinden und davor verschont werden, vom trans oder inter Sein der Eltern in eigenen Dokumenten "beschmutzt" zu werden. Wir wirklichen Eltern werden damit geschichtlich ausradiert!
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Wenn man sich wirklich mit den Auswirkungen beschäftigt, die das für Kinder hat, kann auch keinesfalls behaupten, dass diese Regelung im Interesse der Kinder ist. Diese Überlegung stammt aus einer Zeit, wo leibliche Kinder von trans Personen schon älter waren. Dazu später mehr.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Die Regelung belastet viele Prozesse im Alltag, gerade wenn deine Transition eben *vor* Geburt des Kindes schon begonnen hat oder während es noch klein ist. Bedenkt: Geburtsurkunden werden im Erwachsenenalter selten gebraucht. Aber im Kindesalter brauchen sie Eltern andauernd!
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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So viele Ämter wollen die Geburtsurkunde des Kindes sehen, aber auch KiTas und Schulen. Nur muss ich dann jedes Mal erklären, warum die beim Löwenkind als "Vater" eingetragene Person unter diesem Namen und mit diesem Geschlecht eben gar nicht mehr existiert. Es ist ermüdend.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Für mich bedeutet jede einzelne dieser Situationen ein Zwangs-Outing als trans. Das läuft nicht nur dem Offenbarungsverbot völlig zuwider, sondern ist ja auch genau entgegengesetzt zum Interesse des Gesetzgebers, Kinder vor Diskriminierung zu schützen.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Ich gehöre nun nicht zu den trans Personen, die allgemein "stealth" leben wollen, also für cis gehalten werden wollen, auch wenn ich definitiv ein gutes cis passing habe. Aber ich will mein trans sein nun auch nicht an die große Glocke hängen.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Ich habe beschlossen, in z.B. den Krabbelgruppen und Eltern-Kind-Kreisen mein trans sein nur dann zu thematisieren, wenn es irgendwie aufkommt oder wer fragt. Und das tut niemand. Und es sollte auch einfach kein Thema *sein*. Das wird gegenüber KiTas und Schulen verunmöglicht.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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(Nebenbei ist es eine Ungleichbehandlung gegenüber der Stiefkindadoption, die bei zwei verheirateten Frauen möglich ist. Es können damit durchaus zwei Frauen zugleich in einer Geburtsurkunde stehen... wenn es kein leibliches Kind von beiden ist. Absurd. )
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Während ich gegenüber deutschen Ämtern wenigstens mit meinem TSG-Gerichtsbeschluss wedeln kann, wird die ganze Sache unmöglich bis gefährlich, wenn ich mit meinem Kind ins Ausland reisen möchte. Das darf ich nämlich als trans Frau nicht. Glaubt ihr mir nicht? Read on.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Wenn du mit deinem Kind ins Ausland reist, dann musst du irgendwie mit dort anerkannten Dokumenten nachweisen können, dass es auch wirklich dein Kind ist. Wenn der Nachname deines Kindes von deinem eigenen abweicht (wie bei mir), weist du das über die Geburtsurkunde nach.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Das Problem ist nur: auf der Geburtsurkunde steht der alte Name und Geschlechtseintrag. Dieser steht aber in keinem einzigen meiner Ausweisdokumente, die alle auf den neuen Namen und Geschlechtseintrag lauten. Und Beamte im Ausland kennen halt deutsche TSG-Beschlüsse nicht.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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(Intergeschlechtliche Eltern werden soweit ich sehe mit der ebenfalls von diesem Problem betroffen sein. Anders als trans Personen erhalten sie sogar nur ihre Änderungs-Erklärung beglaubigt, nicht mal einen womöglich im Ausland offiziös anmutenden Gerichtsbeschluss.)
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Mit meinem Kind ins Ausland zu reisen, ohne dass Anna dabei ist, ist daher eine Gefahr. Grenzbeamte könnten uns erstmal einsacken, weil die Daten nicht übereinstimmen, und im schlimmsten Fall mich für eine Entführerin meines eigenen Kindes halten, uns trennen. Furchtbar.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
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Ich könnte für teuer Geld meinen TSG-Beschluss in andere Sprachen übersetzen, aber wenn das nicht anerkannt wird, ist die Kacke am Dampfen. Wo ist es denn im Interesse des Kindes, dass ich im Ausland nicht sicher nachweisen kann, dass es mein Kind ist? Wollt ihr mich verarschen?
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
Replying to @MayaMitKind
Dass sie diese Regelung eins zu eins aus dem TSG übernommen haben, das ganz andere Regelungen als Kontext hatte, bedeutet ideologisch sogar einen klaren *Rückschritt* gegenüber diesem fast 40 Jahre alten Gesetz. Ihr wisst nicht was ich meine? Ich erklär's euch.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
Replying to @MayaMitKind
Das TSG unterscheidet (im alten, fast 40 Jahre alten Gesetz genauso wie im Entwurf der ) zwischen zwei Möglichkeiten: leiblichen und vor Rechtskraft der Personenstandsänderung angenommenen (z.B. adoptierten) Kindern, und solchen die erst danach angenommen wurden.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
Replying to @MayaMitKind
Ob jemand als Vater oder Mutter eines Kindes zählt, sollte sich also trotz Änderung des Geschlechtseintrags nicht ändern. "Das Rechtsverhältnis bleibt unberührt", heißt das im Gesetz. Für Kinder, die erst später hinzukamen, sollte dagegen auch der neue Geschlechtseintrag gelten.
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💁‍♀️ Kritische Erfolgs-Maya 💁‍♀️ May 11
Replying to @MayaMitKind
"Moment!" sagt ihr vielleicht. "Wenn nach der Änderung noch leibliche Kinder geboren werden, sollten sie nach dem Gesetz doch ebenfalls nach dem alten Eintrag behandelt werden!" Nein, sollten sie nicht, denn laut dem Gesetz konnte dieser Fall gar nicht mehr auftreten.
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